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Gerechte Preise und Vorfinanzierung



Die Preise fair gehandelter Produkte werden in Übereinkunft mit den einzelnen Herstellern aufgrund der lokalen Lebenshaltungs-und Produktionskosten berechnet, um ihnen ein würdiges Leben zu garantieren. Im Lebensmittelbereich erhalten die Bauern immer einen Mindestpreis, der unabhängig von den Schwankungen der Weltmarktpreise festgelegt wird.

Darüber hinaus wird oftmals eine Prämie bezahlt, mit der die Bauern oder Arbeiter gemeinschaftliche Projekte zur langfristigen Verbesserung ihrer Situation umsetzen können.
Die Endpreise liegen in der Regel über dem üblichen Marktpreis.
Diese Erhöhung lässt sich unter anderem durch die Umstellung auf biologischen Anbau im Bereich der Lebensmittel, sowie durch eine sozial gerechte und umweltverträgliche Anbauweise erklären.

Die Einkünfte sollen dem Produzenten nicht nur das nackte Überleben garantieren, sondern darüber hinaus den Familien die Möglichkeit zur Weiterentwicklung geben und ihnen einen Lebensstandard in Würde erlauben. Ein Teil des fairen Preises soll zur Finanzierung von selbstverwalteten Projekten zu Gunsten der Allgemeinheit und von Fortbildungsinitiativen der Arbeiter verwendet werden.

Bei Bedarf werden Vorfinanzierungen gewährt, also ein Teil der Ware bereits bei Bestellung bezahlt. Dadurch können Hersteller die nötigen Rohstoffe und Arbeitsgeräte leichter anschaffen. Durch Kleinkredite wird eine eigenständige Wirtschaft gefördert. Kleinbauern und Handwerker können innovative Projekte durchführen und somit der Ausbeutung der Wucherer entgehen.

Bezahlung eines gerechten Preises

Die Preise müssen so festgelegt werden, dass nicht nur eine positive wirtschaftliche Gewinnspanne erreicht, sondern der Lebensstandard der Produzenten und deren Familien verbessert wird.

Die Produzenten im Süden, welche dem gerechten Handel angehören, erhalten ein ihren Bedürfnissen angepasstes Einkommen, wobei folgende Punkte berücksichtigt werden:
  • Deckung der Lebenshaltungskosten zur Befriedigung der Grundbedürfnisse (Lebensmittel, Kleidung, Wohnung, Zugang zu Bildung und sanitären Diensten);
  • die an die Produzenten bezahlten Preise entsprechen mindestens dem Weltmarktpreis oder liegen darüber;
  • Gewährleistung eines Einkommens, welches mindestens gleich oder höher als der lokale Mindestlohn ist;
  • Auszahlung des gleichen Lohns an Frauen und Männern mit gleichen Aufgabenbereichen

Die Importeure des Fairen Handels bezahlen ihre Partner im Süden sofort und unmittelbar.
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