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Wenn Unabhängigkeit nur auf dem Papier steht

Unabhängigkeit
Der Weg in die Unabhängigkeit war lang, mühsam und blutig. Gewalt gab es auf allen Seiten. In den Fünfziger und Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam dann für die meisten Kolonialstaaten der langersehnte Schritt zur Unabhängigkeit. Für viele der ehemaligen Kolonien brachte dieser nach dem ersten Freiheitsrausch aber schwierige Zeiten. Aus mehreren Gründen: Politik, Verwaltung, Rechtssprechung, alles war von den Kolonialherren beherrscht worden; den „Eingeborenen“ war zum größten Teil eine ordentliche Ausbildung vorenthalten worden, sie wurden ja als möglichst billige Arbeitskräfte auf Plantagen und in Bergwerken gebraucht; bei ihrem Abzug plünderten die Europäer das Kolonialland noch ein letztes Mal und zwar gründlich. Mit aller Wahrscheinlichkeit war es am schädlichsten, dass die einheimische Elite das System der Ausbeutung „verinnerlicht“ hatte und nun selbst zum eigenen Vorteil weiter betrieb. So wurde vor allem der „schwarze“ Kontinent in den letzten fünfzig Jahren ein Opfer der ausländischen Übermacht und der inneren Korruption und Untätigkeit. Noch steht vielerorts die Unabhängigkeit nur auf dem Papier.
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