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Kaffee aus Mexiko

UCIRI

2.500 Familien sind Mitglied von UCIRI

UCIRI heißt Union Indígenas de la Región del Istmo Vereinigung der Indianer-Gemeinden der Isthmus-Region. 1983 gegründet, zählt UCIRI heute über 2.500 Familien aus über 60 Dörfern zu ihren Mitgliedern. Es handelt sich hauptsächlich um Indígenas (IndianerInnen) verschiedener Völker (Choles, Mixes, Zapoteken und Zoques). Ihre Heimat liegt in den Bergen des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca. Mit Hilfe UCIRIs haben sich einige weitere tausend Kaffeekleinbauernfamilien organisiert.

Alles gehört jedem

Die Mitglieder von UCIRI kennen keinen privaten Besitz von Grund und Boden. Das Land gehört der Dorfgemeinschaft. Von Zeit zu Zeit wird es neu zugeteilt. Über die Ernten verfügen die Familien. Die Landgröße für den Kaffeeanbau bemisst sich danach, wie viel eine Familie selber bearbeiten kann, also ein bis zwei Hektar. Daneben pflanzen die Mitglieder Mais, Bohnen, Gemüse, Gewürze, Heilkräuter und Obstbäume für den eigenen Bedarf.

Sauberer Kaffee – saubere Gesellschaft – saubere Beziehungen

UCIRI ist demokratisch organisiert. Es kann nur beschlossen werden, was die Bäuerinnen und Bauern wollen. Jedes Dorf sendet zwei Mitglieder zu den an jedem Monatsende stattfindenden Versammlungen. Die Mitglieder der verschiedenen Arbeitsgruppen werden alle zwei Jahre neu gewählt. Die Losung lautet: "café sano -- sociedád sana -- relaciones sanas", das heißt: sauberer Kaffee -- saubere Gesellschaft -- saubere Beziehungen.

Insgesamt sind bei UCIRI über 50 Personen angestellt. Die meisten arbeiten in der Kaffeeaufbereitung und im Lagerhaus.

Chemiefreier Kaffee

Kaffee orgánico ist völlig chemiefrei kultivierter Kaffee. Zur regelmäßigen Überprüfung des organisch-biologischen Kaffeeanbaus werden die Richtlinien der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) herangezogen.






Der natürliche Dünger stammt von Kompost aus Pflanzenabfällen, vor allem aus dem Fruchtfleisch (pulpa), den Hüllen um die Kaffeebohnen. Unkraut wird viermal im Jahr von Hand gejätet. Schädlinge, etwa der Kaffeerost, werden ohne Chemiekeulen vertrieben. Zwischen den Kaffeestauden von der Sorte Arabica, die sehr widerstandsfähig ist, stehen Bäume. Sie spenden Schatten und halten die Luft feucht.

Hohe biologisch, ökologische Standards

Die IFOAM-Vorschriften für organisch-biologischen Kaffeeanbau schreiben u. a. vor, dass nur Sorten verwendet werden sollen, die dem Standort angepasst, widerstandsfähig und ernährungsphysiologisch von guter Qualität sind. Organischer Dünger muss bevorzugt werden. Chemische Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvertilgungsmittel sind gänzlich verboten. Die Unkrautbeseitigung muss durch verschiedene Kultivierungsmaßnahmen (Fruchtfolge, Gründüngung, usw.) und mechanisch, wie z. B. Hacken, erfolgen.

Landwirtschaftsschule

Im Ort San José del Paraiso führt UCIRI eine Landwirtschaftsschule für biologischen Kaffeeanbau, das Centro Educativo Campesino. Seit 1989 gibt es hier einen Dreijahres- und einen Einjahresintensivkurs -- mit insgesamt rund 30 TeilnehmerInnen.

Fairer Preis

Die Mitglieder bekommen rund zwei Drittel vom Exportpreis, den die CTM aus Bozen überweist. Das restliche Drittel braucht UCIRI für die diversen Arbeiten und Kosten. Die CTM zahlt pro 46-Kilogramm-Sack 138,60 US-Dollar. Unorganisierte, von ZwischenhändlerInnen abhängige Kleinbauern und -bäuerinnen, müssen sich meist mit weniger als der Hälfte der Exportpreise begnügen, die seit Herbst 1989 nur zwischen 50 und 80 Dollar pro Sack liegen. Der Mehrpreis der CTM dient vor allem dem Unterhalt der Landwirtschaftsschule.
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