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Kaffee Uciri

Gestatten – ich heiße Kaffee-Uciri

Okay, ich gestehe, dass ich als kleine Kaffeebohne nicht groß angeben kann. Trotzdem habe ich Eigenschaften, die mir so schnell niemand nachmacht. Du meinst, ich gebe nur an ?

Keineswegs. Denn bevor ich in der Kaffeetüte von herrlich klarem Wasser überspült werde, habe ich schon eine sehr wechselvolle Geschichte hinter mir.

Nach einer wunderschönen Blüte bin ich, eingebettet in einer roten Kaffeekirsche, Pulpa genannt, bei einer Durchschnittstemperatur von über 25 Grad Celsius herangewachsen. Nach einer sorgsamen Pflege und ohne chemische Zusätze wurde ich von den Mitgliedern der mexikanischen Kleinbauernorganisation UCIRI geerntet und verarbeitet. Gut getrocknet bin ich als olivefarbene Rohbohne nach Italien verschifft worden. Dort wurde ich – wie es sich für einen hochwertigen Arabica-Kaffee gehört, schonend geröstet, zermahlen und verpackt. Sozusagen als patriotische Mexikanerin wäre ich ja dafür, dass auch diese Arbeitsvorgänge in meinem Heimatland gemacht würden. Leider fehlen uns dazu die nötigen Maschinen und die erforderlichen Fachkenntnisse. Dies trifft aber auch auf Brasilien, das größte Kaffee-Exportland, zu.

Bevor ich nun meine Plauderei beende, möchte ich dir noch ein paar Fragen zum Thema Kaffee stellen. Hast du gewusst, dass:
  • die Heimat des Kaffees vermutlich in Äthiopien ist und die „Wunderbohne“ über Arabien durch die Türken nach Mitteleuropa gelangt ist?
  • Kaffee nach Erdöl das wichtigste Exportprodukt der „Entwicklungsländer“ ist?
  • vom Kaffee über 100 Millionen Menschen in 76 Anbauländern leben?
  • in Deutschland mehr Kaffee als Bier getrunken wird?
  • das Koffein nicht nur unseren Kreislauf in Schwung bringt, sondern eigentlich dazu da ist, die Pflanze vor Insekten und Keimen zu schützen?
  • die Weltläden bzw. du als KonsumentIn unseren Kaffeebauern und –bäuerinnen freiwillig einen höheren Preis zahlen, damit diese und ihre Familien gut leben können und nicht in die Elendsviertel der Großstädte abwandern müssen?
Neben Uciri-Kaffee, den es auch als löslichen Kaffee gibt, stehen noch viele andere Kaffeesorten in den Regalen der Weltläden, die meisten davon aus biologischem Anbau, wie der Cecocafen aus Nicaragua, der Sidama union aus Äthiopien oder Kaffeemischungen aus Arabica- und Robusta-Bohnen. Auch ein koffeinfreier Kaffee aus 100% Arabica-Bohnen hat sich dazugereiht.
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