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FAQ

1. Was ist der Faire Handel und wofür steht er?

Der Faire Handel erlaubt den ausgegrenzten Produzenten im Süden der Welt den Zugang zu internationalen Absatzmärkten, wo sie für ihre Produkte einen fairen Preis erhalten.
"Der Faire Handel ist eine alternative Zugangsweise zum herkömmlichen Handel; er fördert soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung, Respekt für die Menschen, Einhaltung der Menschenrechte und den Schutz der Umwelt - durch Handel, durch die Bewusstseinsbildung der Konsumenten, Erziehung, Bildung und politische Aktion.
Der Faire Handel ist eine gleichberechtigte Beziehung zwischen allen beteiligten Partnern in der Vertriebskette: von den Produzenten bis hin zu den Konsumenten." (Art. 1 der "Italienischen Charta der Kriterien des Fairen Handels")

2. Woher kommen die Produkte des Fairen Handels?

Die Lebensmittel und Handwerksprodukte des Fairen Handels kommen aus Ländern im Süden der Welt, besonders aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Produkte werden mit den vor Ort gegebenen Mitteln hergestellt. Diese Mittel sind meistens sehr einfach und beruhen auf jahrhundertealten Traditionen.
Auf jedem Produkt stehen die Angaben des Herkunftslandes. Bei vielen Produkten, z.B. Kaffee, Schokolade, Gewürze, gibt es nähere Informationen und Produktfolder zum Projekt.

Die Südtiroler Weltläden kennen manchmal sogar die Produzentinnen und Produzenten. Diese werden immer wieder nach Italien eingeladen. Auf diese Weise sollen die Beziehungen zwischen Norden und Süden vertieft werden.

3. Wie werden die Preise im Fairen Handel festgelegt?

Im Fairen Handel werden die Preise von den Produzenten in Absprache mit den Importzentralen in partnerschaftlicher Weise festgelegt. Der faire Preis garantiert den Produzenten eine würdevolle Entlohnung unter Ausschluß von Ausbeutung und Spekulation. Er deckt die effektiven Herstellungskosten sowie die sozialen und Umweltkosten ab. Der faire Preis erlaubt den Produzenten einen angemessenen Lebensstil und gibt ihnen die Möglichkeit, in ihre Zukunft zu investieren.

4. Wie funktioniert der Faire Handel?

Im Fairen Handel sind verschiedene Akteure einbezogen. Die wichtigsten davon sind:
a) die Produzenten
b) die Export- und Importorganisationen
c) die Verteilerorganisationen
d) die Zertifizierungsinstitutionen

a) Die Produzenten des Fairen Handels sind kleine lokale Organisationen, meist Genossenschaften, in benachteiligten Gebieten in Ländern des Südens. Die Mitglieder dieser Genossenschaften gehören vorwiegend sozial benachteiligten Gruppen an, dazu gehören in erster Linie Frauen, UreinwohnerInnen, Randgruppen, ärmste Bevölkerungsschichten.
Die Produzentengruppen im Süden profitieren durch die Vorfinanzierung der Produkte, durch die kontinuierliche Zusammenarbeit, durch die Bezahlung des Mindestpreises und durch direkte Kontakte. Für viele Produzentengruppen sind die Weltläden die einzige Chance ihre Werke verkaufen zu können.

b) die Export- und Importorganisationen organisieren den Export der Produkte des Fairen Handels nach Europa
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c) die Verteilerorganisationen wie z.B. Ctm Altromercato verteilen die importierten Produkte des Fairen Handels an die Weltläden und an andere konventionierte Verkaufsstellen

d) die Zertifizierungsorganisationen kontrollieren die Produzenten und ihre Produktionsmethoden durch jährliche Besuche und andere Kontrollinstrumente und garantieren so die Anwendung der Kriterien des Fairen Handels

5. Was bedeutet kritischer Konsum?

Kritischer Konsum ist eine bewußte Haltung, die sich in unseren täglichen Kaufentscheidungen ausdrückt. Konkret bedeutet das, dass die Auswahl der gekauften Produkte nicht allein vom Preis abhängig gemacht wird, sondern von der Geschichte der Produkte selbst und von den Verhaltensweisen der Unternehmen, die sie uns anbieten. Durch den kritischen Konsum übermitteln wir den Unternehmen die Botschaft, welche Verhaltensweisen wir befürworten und welche wir ablehnen.

6. Was sind Weltläden und wofür stehen sie?

Weltläden sind nicht gewinnorientiert und vertreiben die Produkte des Fairen Handels. Sie bieten dem Konsumenten die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise am Fairen Handel teilzunehmen:
- durch den Kauf von fair gehandelten Produkten
- durch die Information über Produzenten und Entwicklungsprojekte
- durch die Teilnahme an Bewusstseinsbildungskampagnen und anderen Initiativen, die das Ziel haben, die Ursachen des Ungleichgewichts in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nord und Süd zu beseitigen.

Der Großteil der MitarbeiterInnen der Südtiroler Weltläden arbeitet freiwillig und ehrenamtlich. Sie sind von der guten Sache überzeugt und möchten ein Stück Welt verändern. Um einen guten Service und Kontinuität zu gewährleisten und zur Erleichterung organisatorischer Abläufe, gibt es auch kompetente hauptamtliche MitarbeiterInnen.

7. Was versteht man unter "transparentem Preis"?

Transparenz in der Preisgestaltung bedeutet, dass der Preis in die verschiedenen Komponenten aufgeschlüsselt wird und nachvollziehbar ist, welchen Anteil am Gesamtpreis an den Produzenten geht und wieviel der Kostendeckungsbeitrag für den Importeur und die Weltläden beträgt. So wird maximale Transparenz und Zuverlässigkeit gewährleistet.
Der transparente Preis setzt sicch zusammen aus:
FAIRER PREIS: geht direkt an die Produzenten des Handwerkartikels oder Lebensmittels
ANDERE KOSTEN im Herkunftsland: Transport bis zum Hafen, Hafengebühr, Steuern usw.
TRANSPORTKOSTEN: bis in die Länder des Nordens
ZÖLLE: die vom Importland eingehoben werden
VERARBEITUNGSKOSTEN des Rohstoffs: Röstung beim Kaffee, Chocolatiers, Keksfabriken usw.
DECKUNGSBEITRAG IMPORTORGANISATION: Projektentwicklung, Verwaltungstätigkeit, Logistik, Koordinierung, Bio-Zertifizierung usw.
DECKUNGSBEITRAG WELTLÄDEN: zur Deckung der Kosten der Verkaufslokale und der hauptamtlichen Mitarbeiter, die zusammen mit den Freiwilligen die Weltläden führen
STEUERN: Mehrwertsteuer und andere Steuern.

8. Was versteht man unter "fairem Preis"?

Der faire Preis garantiert den Produzenten ein Mindesteinkommen, das so weit wie möglich von den Schwankungen der Weltmarktpreise unabhängig ist, also die Bezahlung einer den lokalen Gegebenheiten angemessenen Entlohnung, welche von den Produzenten selbst als gerecht empfunden wird, wobei Männer und Frauen die selbe Entlohnung für die selbe Arbeit erhalten. Der faire Preis ermöglicht es den Kleinbauern und Handwerkern im Süden der Welt, ein würdevolles Leben zu führen und berücksichtigt sowohl die Kosten der Rohstoffe als auch der Arbeitsgeräte und der Arbeitstätigkeit. Zusätzlich fördert der Faire Handel soziale Entwicklungsprojekte zur Förderung des Gemeinwohls.

9. Sind die Lebensmittel in den Weltläden wirklich biologisch?

International anerkannte Kontrollorganisationen überprüfen laufend die Produkte mit dem Bio-Kennzeichen. Beim Import wird außerdem eine chemische Kontrollanalyse durchgeführt. Auf diese Weise wird garantiert, dass dort Bio drinnen ist, wo Bio drauf steht.


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