Hello Yellow-Die faire Banane im Rampenlicht

Seit gut 10 Monaten hält nicht nur Südtirol, sondern auch ganz Südamerika den Atem an. Das Covid-19-Virus hat das Leben vieler und auch das der Arbeiter*innen auf den Bananenplantagen in Südamerika fest im Griff. KFS, OEW und die Südtiroler Weltläden haben sich im Zuge der Bananenkampagne „Hello Yellow“ bei der kleinbäuerlichen Kooperative EL GUABO in Ecuador umgehört und gefragt, wie es den Arbeiter*innen trotz Krise auf den Plantagen geht – und wie wir sie in Südtirol unterstützen können.

Zehn Tage lang tourten die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt, die Südtiroler Weltläden und der Katholische Familienverband Südtirol mit der Sensibilisierungskampagne „Hello Yellow-Die faire Banane im Rampenlicht“ im Oktober 2020 durch 21 Südtiroler Dörfer und Städte. Rund 100 Kochbananen wurden vor Ort frittiert, 1.700 Cavendish- und Minibananen verkostet und Groß und Klein zu den Arbeitsbedingungen, zum Umweltfaktor und zur Preispolitik im Bananensektor informiert.

Lianne Zoeteweij, Geschäftsführerin von EL GUABO, erzählt: „Wir haben inzwischen gelernt mit dem Virus zu leben, aber von Normalität sprechen wir noch lange nicht.“ Im Frühjahr hatte der harte Lockdown in Ecuador zu großer Arbeitslosigkeit und Verarmung geführt. Dass die Arbeit auf den fairen Bananenplantagen weiterging war auch der regelmäßigen Bananenabnahme in Südtirol zu verdanken. Lianne Zoeteweij spricht davon „gesegnet“ zu sein, so viele Unterstützer*innen zu haben, die den fairen Handelsgedanken verbreiten. Dabei liegt der Anteil fair verkaufter Bananen in Südtirol bei 3 Prozent, während er in Österreich bereits bei 25% liegt.

Dass EL GUABO derzeit den finanziellen Zusatzaufwand von Masken, Desinfektionsmittel und Schnelltest schultern kann, ist außerdem auf die Bemühungen der Fairhandelsorganisation „Agrofair“, die auch in Südtirol die fairen „altromercato“-Bananen importiert, zurückzuführen. Sie zahlt den Produzent*innen seit einigen Monaten pro Bananenkiste eine Prämie für die zusätzlichen Kosten aus. Auf konventionelle Bananenimporte gibt es diese Prämie nicht und die Arbeiter*innen leiden schon seit Jahresbeginn unter den niedrigen Bananenpreisen, mit denen sie sich existenziellen Bedürfnisse wie Lebensmittel, Medikamente oder den Transport zur Arbeit kaum leisten können.